Der technologische Wandel im Verkehr gelingt nur, wenn ausreichend leistungsfähige Ladesäulen und Wasserstoff-Betankungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Genau hier setzt das Projekt an: mit einer Wasserstofferzeugungsanlage und Wasserstofftankstelle – als Grundlage, um dezentral die zukünftig zwingend notwendige Versorgung mit grünem Wasserstoff zu verstetigen.
Errichtet hat die neue Wasserstofftankstelle in Waiblingen GP Joule gemeinsam mit den Stadtwerken Waiblingen als Gemeinschaftsbetrieb „hy.waiblingen“. Ab Juni 2026 sollen neben den Bussen für den städitschen ÖPNV auch LKW und Autos tanken können. Dafür sind 350 bar und 700 bar Dispenser vorgesehen.
Grüner Wasserstoff und Nutzung der Abwärme
Ein zentrales Element des Projekts ist die geplante Wasserstoffproduktion für die neue Tankstelle mit einem 2 MW Elektrolyseur am Standort. Der derzeit im Bau befindliche Elektrolyseur soll Anfang 2027 in Betrieb gehen. Zusätzlich ist vorgesehen, die bei der Wasserstoffproduktion entstehende Abwärme in das Wärmenetz der Stadt Waiblingen einzuspeisen.
Der Rems-Murr-Kreis und die Stadt Waiblingen investieren gemeinsam 11,7 Millionen Euro in das Projekt. Weitere fünf Millionen Euro stammen aus Bundesfördermitteln im Rahmen des Projekts H2Rivers, für das Errichten und den Betrieb der neuen Wasserstofftankstelle und den neuen Elektrolyseur. Ziel des Teilprojekts Hy.Waiblingen ist der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft – von der Erzeugung, über die Betankung und den emissionsfreien Betrieb von Bussen und Schwerlastverkehr bis hin zur Nutzung der Abwärme des Elektrolyseurs.
Wasserstoff als Ergänzung zu Batterieantrieben
Landrat Dr. Richard Sigel bezeichnete bei der Eröffnung der Tankstelle Wasserstoff als wichtigen Bestandteil der regionalen Energiewende. Nach Einschätzung des Landkreises bleibt Wasserstoff insbesondere im ländlichen Raum eine wichtige Alternative zu batterieelektrischen Antrieben. Gründe sind unter anderem der schleppende Ausbau der Stromnetze sowie begrenzte Reichweiten von Elektrobussen auf anspruchsvollen Strecken und bei niedrigen Temperaturen. Die neue Wasserstofftankstelle soll deshalb langfristig eine dezentrale Versorgung mit grünem Wasserstoff für den ÖPNV sichern und den Ausbau emissionsfreier Mobilität unterstützen. Waiblingens Oberbürgermeister Sebastian Wolf betonte den Pioniercharakter des Projekts und den Mut der beteiligten Partner, neue Technologien im Alltag zu erproben.
Quelle: Landratsamt Rems-Murr-Kreis
